Rasender Stillstand – Komplexe Systeme

Allianz der Freien Kuenste

Ein Beitrag von Stephan Behrmann

Die bislang fast 2,5 Millionen Toten weltweit markieren die historische Dimension dieser globalen Krise, deren Ausmaß sich vor zehn Monaten kaum jemand hat vorstellen können. Seit nunmehr fast einem Jahr befinden wir uns in einer Art fortlaufender Versuchsanordnung, in der die Länder verschiedene Strategien ausprobieren und in der es mittlerweile manche Lichtblicke, aber immer noch zu wenig Gewissheiten gibt, wie lange dieser Ausnahmezustand noch anhält und wie die Gesellschaften am Ende aus der Sache herauskommen werden.
Eines lässt sich bereits jetzt feststellen: auch für eine Mehrheit derer, die nicht direkt von Krankheit und Tod betroffen sind, hat die Krise gravierende Folgen. Es gibt eine deutliche Verstärkung von Ungleichheit bzw. eine voranschreitende Spaltung der Gesellschaft zwischen denen, die gut durch die Krise kommen oder sogar von ihr profitieren und den Abgehängten – zwischen jenen, die Zugang haben und jenen, denen er fehlt. Die Kunst agiert üblicherweise an den Demarkationslinien gesellschaftlicher Widersprüche und ist systemrelevantes gesellschaftliches Korrektiv, doch viele Kunstschaffende sind durch die Logik des Überlebenskampfes zermürbt und außer Kraft gesetzt. Insbesondere den freien Kunstschaffenden ist mittlerweile jede Grundlage für ihr Arbeiten genommen. Das bezieht sich nicht nur auf das Verbot der Berufsausübung oder das Fehlen passender Hilfsmaßnahmen, sondern vor allem auf die anhaltende Gleichzeitigkeit von lähmendem Stillstand und fataler Beschleunigung, die von den Systemen und Abläufen ausgeht, mit denen es die Kunstschaffenden zu tun haben und die zu einer permanenten Ungewissheit führt, wie man – ohne den Beruf aufzugeben – über die Runden kommen kann.

Zum Thema Unterstützung der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler und freier Strukturen durch staatliche Corona-Hilfen kommt hier die kurze Version: Ja, die Kulturmilliarde war wichtig und dass eine zweite Milliarde kommen wird, ist gut. Ja, in der Überbrückungshilfe III werden die Künste inzwischen gesehen, auch das Bewusstsein, dass bei den Solo-Selbstständigen etwas passieren muss, ist inzwischen stärker vorhanden als noch vor Monaten. Aber die Probleme sind dabei mitnichten vom Tisch. Viel zu lange hat es gedauert, bis die Interessenvertretungen durchgedrungen sind. Noch immer fallen zu viele durch das Raster und selbst für die, die Zugang zu staatlichen Hilfen haben, hören die Probleme nicht auf.

Seit fast einem Jahr befinden sich alle – Geförderte und Ungeförderte – in einem ermüdenden Mahlstrom: Den Förder-Dschungel durchforsten, die Widersprüche zwischen Pressemitteilungen und FAQ erforschen, eigene Umsätze berechnen, mit Außenständen jonglieren, die Steuerberateraterin konsultieren, die Künstlersozialkasse kontaktieren, mit Interessenvertretungen sprechen, auf die Möglichkeit der Antragstellung warten, Anträge stellen, die FAQ screenshotten, weil sie sich vermutlich bald schon wieder geändert haben werden, auf die Bewilligung warten, auf Geld warten, mit Sorge vor Rückforderungen leben, Veranstaltungen umplanen, Hygiene-Maßnahmen vorbereiten, Veranstaltungen erneut umplanen, Geld zurücklegen, Geld lieber nicht zurücklegen, nochmals Beratung suchen, widersprüchliche Auskünfte erhalten, Verwendungsnachweise erstellen, Sachberichte schreiben, Nebenjobs organisieren, Nebenjobs machen, parallel die Kinder ganztags betreuen und alles wieder von vorne. Das Zermürbende hat am Ende wenig mit der Pandemie selbst zu tun, sondern vor allem mit einem viel zu komplizierten Apparat und mit Systemen, für die die Arbeitsrealität der Selbstständigen, der hybrid Arbeitenden und der kleinen, freien Unternehmen nach wie vor etwas Fremdes ist. Die überbordende Bürokratie der Corona-Hilfen ist eine gigantische Vernichtungsmaschine für Zeit, Energie und Zuversicht.

Das gilt für die Kunstschaffenden. Aber das gilt in gleichem Maße auch für die Politik und die Verwaltung, die sich zunehmend in ihren selbst geschaffenen Konstrukten verheddern. Die Komplexität der Systeme – insbesondere bei den Wirtschaftshilfen – versetzen auch die Interessenvertretungen in ein merkwürdiges Dilemma. Je mehr die Szene-Vertretungen gehört werden, je öfter die Rechtsgrundlagen der Fördersysteme infolgedessen richtigerweise angepasst werden, desto unübersichtlicher wird es. Die Politik ist inzwischen durchaus zugänglich; es gibt beachtliche Lernkurven und viel ehrliches Bemühen. Aber all das mündet nie in  Vereinfachung, sondern immer in einer noch weiteren Verkomplizierung.

Die Systeme und unser Denken, wie Hilfen konstruiert werden, brauchen eine radikale Vereinfachung. Die Hilfen sind letztlich vom Misstrauen bestimmt, von der Sorge, dass es Mitnahmeeffekte bzw. einen unberechtigten Zugriff auf Steuergelder gibt und dass Ungleichheiten entstehen. Der Witz ist: Mitnahmeeffekte und Ungleichheiten gibt es trotz der Komplexität der Systeme.

Im Grunde braucht es in Ausnahmesituationen einen Vertrauensvorschuss und die Grundannahme, dass es denen, die die Hilfen in Anspruch nehmen, nicht um Bereicherung und persönliche Vorteilnahme geht, sondern darum – ohne Berufswechsel – durch die Krise zu kommen. Es braucht Hilfen, die grundsätzlich von der Praxis ausgehen und nicht von den Haushaltsordnungen.

Österreich hat es unter anderem bei seinen Hilfen für Künstlerinnen und Künstler vorgemacht. Die Bürokratie war und ist überschaubar. Es wurden vergleichsweise schnell hohe Pauschalsummen ausgereicht. Die Kunstschaffenden haben von Anfang an Klarheit, wie lange sie mit der Pauschalsumme über die Runden kommen müssen. Es gibt – anders als in Deutschland – keine Unterscheidung zwischen Lebenshaltungs- und Betriebskosten. Das österreichische System ist einfach, wirksam und es erzeugt Zuversicht.

Und auch die Österreicher unterliegen dem EU-Wettbewerbsrecht, das hierzulande immer wieder als Argument gegen eine unkomplizierte Förderung ins Feld geführt wurde. Auch die Österreicher sind gehalten ihre Steuermittel sparsam sowie sach- und fachgerecht zu verwenden.

Unabhängig davon, dass es vermutlich zahlreiche nachvollziehbare Gründe gibt, warum gerade das Beispiel Österreichs nicht auf deutsche Verhältnisse anzuwenden ist, müssen wir lernen, unsere Systeme einfacher zu denken und auf Vertrauen zu gründen und nicht auf der Annahme, dass durch die Betroffenen ein systematischer Missbrauch stattfindet.

Mit Blick auf die Zukunft sollten wir bereits in der Krise mit einer kritischen Durchsicht unserer Haushaltsordnungen und Förderverfahren beginnen. Ähnliches gilt für unser sozialen Sicherungssysteme, die noch immer weitgehend aus der Logik des Normalarbeitsverhältnisses gedacht sind. Die Arbeitsrealitäten haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnten gravierend verändert und die Systeme müssen diese Veränderungen abbilden.

Mehr als zuvor braucht es einen breiten ressort- und branchenübergreifenden Dialog, auch unter Einbeziehung der Interessenvertretungen. Bei dieser Gelegenheit reden wir dann auch noch einmal über die Behauptung, die Kunst gehöre zum Bereich Freizeitgestaltung.

 

Stephan Behrmann ist Sprecher der Allianz der Freien Künste und Geschäftsführer des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste (BFDK)

Dieser Beitrag zitiert den Titel von Paul Virilios gleichnamigem Essay »Rasender Stillstand (L’Inertie polaire)« von 1992 und nimmt indirekt Bezug auf Hartmut Rosas gedankliche Anschlüsse in »Beschleunigung, Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne« von 2005 – ohne dass durch die Bezugnahme behauptet werden soll, dass die von Virilio beschriebene Ambiguität einer von elektronischen Medien bestimmten, entfremdeten Gesellschaft oder die von Rosa beschriebene Beschleunigungslogik linear auf die im Beitrag geschilderte aktuelle gesellschaftliche Situation übertragbar wäre.

Die Erstveröffentlichung dieses Beitrags erfolgte in gekürzter Fassung und mit leicht abweichendem Titel in Politik & Kultur 3/21, der Zeitung des Deutschen Kulturrats, dem Spitzenverband der Bundeskulturverbände in Deutschland.

 

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NEUSTART KULTUR II angekündigt – Wirtschaftshilfen mit vielen offenen Fragen

Allianz der Freien Kuenste

Berlin, 19.02.2021 |Die Allianz der Freien Künste begrüßt die Aufstockung des Programms Neustart Kultur um eine weitere Milliarde Euro – jetzt kommt es auf eine kluge Verteilung an. Die Allianz der Freien Künste begrüßt auch, dass mit der Neustarthilfe im Paket der Überbrückungshilfe III freischaffende Künstler*innen direkt adressiert werden. Gleichzeitig bleiben die Zugangsvoraussetzungen der Wirtschaftshilfen des Bundes undurchsichtig und gehen an vielen Stellen an den Arbeits- und Lebensrealitäten in der Kunst- und Kulturbranche vorbei. Es besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf bei der Umsetzung.

Die 19 in der Allianz der Freien Künste organisierten Bundesverbände beobachten eine stetig wachsende Zermürbung und Perspektivlosigkeit in der freien Kunst- und Kulturszene. Seit Beginn der Krise sind die Kunst- und Kulturschaffenden unmittelbar und existenziell von den Folgen der Pandemie betroffen. Für die Mehrzahl der Akteur*innen ist die Ausübung ihrer Berufe seit mittlerweile fast einem Jahr nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Die Öffnungsszenarien bleiben im Vagen.

NEUSTART KULTUR II: Die Allianz der Freien Künste und viele Fachverbände hatten sich gemeinsam mit dem Deutschen Kulturrat im Vorfeld für eine Weiterführung bzw. Aufstockung eingesetzt und sind erleichtert, dass nun eine weitere Milliarde bereitgestellt werden konnte. Die starke Überzeichnung vieler Teilprogramme ist ein Indiz dafür, dass die Programme passgenau sind, deshalb in der Kunst- und Kulturbranche angenommen werden und Wirkung entfalten können. Vor diesem Hintergrund fordert die Allianz der Freien Künste mit Blick auf die Verteilung der zweiten Kultur-Milliarde insbesondere:

Verlängerung und Aufstockung der stark überzeichneten Förderprogramme aus Neustart Kultur I

• einen deutlichen Schwerpunkt auf Teilprogramme und Förderinstrumente, die sich unmittelbar an die Kunstschaffenden richten

• Entwicklung neuer Förderprogramme, um Förderlücken bei Neustart Kul- tur I zu schließen.

Wirtschaftshilfen: Die Allianz der Freien Künste begrüßt, dass bei der Neustarthilfe für Soloselbstständige die Künste direkt adressiert werden und dass auch hybrid arbeitende Kunstschaffende besonders gesehen werden. Aber insbesondere beim Kleingedruckten bleiben viele offene Fragen.

Zugangsvoraussetzungen: Weiterhin sind alle Wirtschaftshilfen des Bundes von komplexen, schwer nachvollziehbaren Kriterien geprägt, die an vielen Stellen noch immer an der Arbeitspraxis der Kunst- und Kulturschaffenden vorbeigehen. Positiv ist, dass nun endlich die Neustarthilfe für Soloselbstständige beantragt werden kann, denn sie trägt als einmalige Betriebskostenpauschale erstmals im Ansatz den Arbeits- und Lebensrealitäten Soloselbstständiger Rechnung.

Allerdings werden Selbstständige mit Einkünften aus Kapital- oder Personengesellschaften in den FAQ auf unbestimmte Zeit vertröstet. Gleichzeitig werden die Rechtsgrundlagen und FAQ zu den Corona-Hilfen immer wieder geändert – zum Teil mit gravierenden Folgen für die Akteur*innen. Fragen, die sich für Künstler*innen in spezifischen Zusammenhängen ergeben, werden von der zuständigen Hotline nicht oder teilweise widersprüchlich beantwortet. Es fehlen so rechtssichere Auskünfte für die Antragstellenden. Wir fordern hier endlich Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und eine radikale Vereinfachung der Zugangsvoraussetzungen.

Ausländische Einkünfte: Bei den November- und Dezemberhilfen und der Neustarthilfe für Soloselbstständige werden Auslandsumsätze bei der Berechnung des Referenzumsatzes nicht berücksichtigt. Selbstständige Kunst- und Kulturschaffende sind häufig international tätig. Einkünfte aus Engagements außerhalb Deutschlands sind ein zentraler Bestandteil ihres Einkommens und werden größtenteils auch in Deutschland versteuert. Die Allianz der Freien Künste fordert, dass Auslandseinkünfte bei allen Wirtschaftshilfen zur Berechnung von Referenzumsätzen berücksichtigt werden.

Wir fordern die Bundesregierung eindringlich auf, die Notlage im Bereich der Künste ernst zu nehmen, bestehende Hilfsmaßnahmen wirksam und schnell nachzubessern und dabei die Fachverbände auf Bundesebene bei der Ausgestaltung kontinuierlich und frühzeitig einzubeziehen.

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Nichts ist in Ordnung – soloselbstständige Kunstschaffende warten noch immer auf wirksame Bundeshilfen

Allianz der Freien Kuenste

Berlin, 18.01.2021 |Die 19 in der Allianz der Freien Künste organisierten Bundesverbände sind mit großer Sorge in das neue Jahr gestartet. Noch immer gibt es keine wirksamen Hilfen für soloselbstständige Künstler*innen in der Coronakrise – mit zum Teil irreversiblen Folgen für das kulturelle Leben in Deutschland. Die Kunst- und Kulturschaffenden sind seit Beginn der Krise stärker als nahezu alle anderen Branchen von den Folgen der Pandemie betroffen. Für die Mehrzahl der Akteur*innen ist die Ausübung ihrer Berufe seit Monaten nicht oder nur sehr stark eingeschränkt möglich.

Neustarthilfe für Soloselbstständige: Die für Januar 2021 angekündigte Neustarthilfe für Soloselbstständige im Rahmen der Überbrückungshilfe III kann immer noch nicht beantragt werden! Zudem wird für die Mehrheit der soloselbstständigen Künstler*innen der in Aussicht gestellte pauschale Betriebskostenzuschuss aufgrund ihrer verhältnismäßig niedrigen Jahresumsätze deutlich unter 500 Euro pro Monat liegen.

November- und Dezemberhilfen: Hier ist eine Vielzahl der freischaffenden Künstler*innen von der Antragstellung ausgeschlossen: Sie zählen bestenfalls zu den »indirekt Betroffenen« und müssen nachweisen, dass 80 % der ausgefallenen Umsätze mit von den Schließungen direkt betroffenen Auftraggeber*innen realisiert worden wären. Dies ist aufgrund der sehr heterogenen Erwerbsstruktur in der freien Szene nur selten möglich.

Intransparenz: Unter denjenigen, die diese Hilfen dennoch in Anspruch nehmen konnten, besteht die große Sorge, Gelder zurückzahlen zu müssen, da die komplexen Zugangsvoraussetzungen unnötigen Interpretationsspielraum lassen und zum Teil erst im Nachhinein klar werden. Permanent werden die Rechtsgrundlagen und FAQ zu den Corona-Hilfen geändert – zum Teil mit dramatischen Folgen für die Antragstellenden. Auskünfte zu spezifischen Fragen, die sich für sie im Kulturbereich ergeben, werden generell nicht erteilt. Hier braucht es endlich Verlässlichkeit und Rechtssicherheit.

Die Allianz der Freien Künste macht sich seit Beginn der Pandemie für einen fiktiven Unternehmer*innenlohn für Soloselbstständige stark. Im Sinne eines erweiterten Betriebskostenzuschusses würde er auch soloselbstständigen Kunstschaffenden wirksam helfen. Unterstützt wird diese Forderung von den Fachminister*innen der Länder, dem Kulturausschuss des Bundesrates, dem Deutschen Kulturrat, allen Fachverbänden der Kulturbranchen und nicht zuletzt auch von der Kulturstaatsministerin.

Wir fordern die Bundesregierung eindringlich auf, die Notlage im Bereich der Freien Künste ernst zu nehmen und endlich wirksame Hilfsmaßnahmen auf den Weg zu bringen bzw. bestehende Hilfsmaßnahmen nachzubessern und dabei die Fachverbände auf Bundesebene bei der Ausgestaltung einzubeziehen.

Die Hauptforderungen der Allianz der Freien Künste im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind:

  1. Sofortiger Start und schnellstmögliche Erhöhung des im Rahmen der Neustarthilfe für Soloselbstständige in Aussicht gestellten Zuschussbetrages auf monatlich mindestens 1.180 Euro im Sinne eines fiktiven Unternehmer*innenlohns
  2. Zwingende Einstufung von allen soloselbstständigen Kunst- und Kulturschaffenden als »direkt Betroffene« im Rahmen der November- und Dezemberhilfen
  3. Radikale Vereinfachung der Grundsicherung für die Dauer der Pandemie (Wegfall der Bedarfsgemeinschaft, Wegfall der Vermögensprüfung, Wegfall des Bewerbungszwanges, Wegfall des de facto geltenden Mobilitäts-Verbotes etc.)
  4. Umgehende Aufstockung der stark überzeichneten Förderprogramme im Rahmen von NEUSTART KULTUR um mindestens eine weitere Kultur-Milliarde
  5. Ernstzunehmende Einbeziehung der Branchen- und Fachverbände auf Bundesebene bei der Ausgestaltung von Hilfs- und Fördermaßnahmen
  6. Einrichtung eines überparteilichen, die Fachverbände einbeziehenden Runden Tisches »Kunst und Kultur 2021 ff.«

 

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»Jenseits von Reden…« – die Allianz der Freien Künste erhält vom Aktionsbündnis Darstellende Künste den Best-Practice-Preis »Bühnenheld*innen«

Allianz der Freien Kuenste

Neben Preisträger*innen wie dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer, dem Hamburger Kultursenator, Carsten Brosda, der kulturpolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Motschmann, dem Team des Corona-Hilfsfonds der Stadt Braunschweig und weiteren Preisträger*innen wurde die Allianz der Freien Künste am 6. Dezember 2020 in der Kategorie »Jenseits von Reden: Sonderauszeichnung für strukturelle Verbesserungen in den letzten Jahren, Impulsgeber*innen, Alternativen« mit dem Preis »Bühnenheld*innen 2020« ausgezeichnet. »Wir freuen uns über den Preis, der ein sehr positives Zeichen dafür ist, sich auch auf der Bundesebene zu vernetzen. Wir sind mittlerweile ein Bündnis von 19 Verbänden und der Preis ist eine Motivation, noch intensiver für die Interessen freien Strukturen und der Künstler*innen zu streiten«, so Lena Krause, eine der Sprecher*innen der Allianz. 
Mit dem Preis will das Aktionsbündnis das Jahr 2020 mit positiven Meldungen abschließen und »nach Sorge und Verzweiflung auch einen Moment zum Jubeln bieten«, wie es in der Ankündigung zur Preisverleihung hieß. Der Preis richtet sich an Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, sie werden in folgenden Kategorien ausgezeichnet: Kulturpolitiker*innen, Theaterleitungen, Verwaltungsmitarbeiter*innen, Initiativen und Vereine, Innovator*innnen und Impulsgeber*innen. 
 
Insgesamt 39 Preisträger*innen aus fünf Kategorien sind durch eine Fachjury ausgewählt worden. »Die 39 Bühnenheld*innen repräsentieren die große Vielfalt der Kulturlandschaft der darstellenden Künste und zeigen, was möglich ist, wenn Menschen wach, offen und aktiv bleiben« erklärte das Aktionsbündnis. Insgesamt 38 Bühnenheld*innen und ihre Teams waren Teil einer bunten und glamourösenZoom-Preisverleihung. Der Zuspruch zeige »wie wichtig das Sichtbarmachen des aktiven Engagements gerade auch in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ist«, so die Veranstalter. Das Performer*innenkollektiv Henrike Iglesias gelang es auch im Format einer Videokonferenz, Konfetti regnen, Tränen fließen und Emotionen sprühen zu lassen.

»Trotz der guten Stimmung, die sich mit so einem Preis verbindet, bleibt im Rückblick auf die vergangenen Monate sehr viel Enttäuschung vor allem über die Situation der vielen soloselbstständigen Kunstschaffenden und der vielen Kleinst- und Kleinunternehmen, die bei den Hilfsmaßnahmen herausgefallen sind und auch aktuell weiter im Regen stehen. Es ist ein erster Erfolg auch der Allianz der Freien Künste, dass die Soloselbstständigen stärker auf dem bundespolitischen Radar auftauchen. Hier hat sich in den letzten Monaten viel getan. Aber die Maßnahmen der Bundesregierung gehen am Bedarf in der Szene vorbei und zementieren ein krasses Ungleichgewicht bei den Hilfen«, so Stephan Behrmann, gemeinsam mit Lena Krause Sprecher*in der Allianz. 

 

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Ohne ernstzunehmende Nachbesserung ist den Soloselbstständigen nicht geholfen

Allianz der Freien KuensteBerlin, 17.11.2020 | Die 19 in der Allianz der Freien Künste organisierten Bundesverbände begrüßen, dass die Bundesregierung nach monatelangem Zögern Maßnahmen beschlossen hat, die sich speziell an die Gruppe der Soloselbstständigen richten. Soloselbstständige haben nun erstmalig die Möglichkeit, eine pauschale Wirtschaftshilfe des Bundes für den Zeitraum von sieben Monaten als Zuschuss in Anspruch zu nehmen.

Entgegen der öffentlichkeitswirksamen Darstellung verschiedener Bundesminister sind die in Aussicht gestellten Hilfen kein Ersatz für den Unternehmer*innenlohn – so wie ihn die Fachminister*innen der Länder, der Kulturausschuss des Bundesrates, der Deutsche Kulturrat als Spitzenverband der Kulturverbände, die Allianz der Freien Künste, eine überwältigende Zahl von Fachverbänden aller Branchen und nicht zuletzt auch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unisono für die von der Pandemie betroffenen Soloselbstständigen fordern.

Angesichts der prekären Einkommenssituation der Betroffenen ist die beschlossene Pauschale in Höhe von 25 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes viel zu niedrig und führt in den Künsten zu Mini-Zuschüssen. Bei der Mehrheit der Künstler*innen und Kunstschaffenden übersteigt der Jahresumsatz selten die Grenze von 20.000 Euro. Oft liegt er deutlich darunter. Nimmt man diesen Wert als Grundlage, errechnet sich ein monatlicher Zuschuss von um die 400 Euro. Damit lässt sich die Notsituation der soloselbstständigen Kunstschaffenden nicht verbessern.

Die angekündigten Maßnahmen basieren nach wie vor auf der zu Recht kritisierten Logik, die Betriebskosten über Wirtschaftshilfen und die Lebenshaltungskosten über die sogenannte vereinfachte Grundsicherung zu kompensieren. Hier braucht es endlich einen Systemwechsel hin zu einem fiktiven Unternehmer*innenlohn im Rahmen der Corona-Hilfen des Bundes.

Die Idee, soloselbstständige Kunstschaffende mit einem monatlichen Pauschalbetrag zu unterstützen, kann nur dann funktionieren, wenn ein solcher Pauschalbetrag imstande ist, die wirtschaftliche Existenz der Soloselbstständigen zu sichern.

Die fehlende Einbeziehung der Expertise von Fachverbänden führt offensichtlich einmal mehr dazu, dass die als Hilfen konzipierten Instrumente des Bundes an der Arbeitsrealität in den Freien Künsten vorbeigehen! Die Allianz der Freien Künste fordert umgehende, ernstzunehmende Nachbesserungen bei den angekündigten Hilfen.

Die Allianz der Freien Künste fordert:

  1. die Erhöhung des in Aussicht gestellten Pauschalbetrages auf monatlich mindestens 1.180 Euro
  2. eine Verlängerung der Novemberhilfen bis zum 31. Dezember 2020, denn in Branchen mit langen Planungsvorläufen ist der Monat Dezember bereits jetzt verloren
  3. die Sicherstellung, dass bei den Novemberhilfen alle selbstständigen Kunstschaffenden zur Gruppe der direkt Betroffenen gezählt werden
  4. eine radikale Vereinfachung der Grundsicherung für die Dauer der Pandemie (Wegfall der Bedarfsgemeinschaft, Wegfall der Vermögensprüfung, Wegfall des Bewerbungszwanges, Wegfall des Mobilitäts-Verbotes etc.)
  5. eine kurzfristige Aufstockung von bereits jetzt stark überzeichneten Förderprogrammen der BKM im Rahmen von NEUSTART KULTUR (Kultur-Milliarde)
  6. eine ernstzunehmende Einbeziehung der Branchen- und Fachverbände auf Bundesebene bei der Ausgestaltung von Hilfs- und Fördermaßnahmen
  7. einen überparteilichen, die Fachverbände einbeziehenden Runden Tisch Kunst und Kultur in der ersten Jahreshälfte 2021

 

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Die Allianz der Freien Künste fordert die umgehende Umsetzung des Unternehmer*innenlohns und die Ausweitung der Novemberhilfe

Allianz der Freien KuensteBerlin, 10.11.2020 | Die seit Anfang November 2020 geltenden Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung treffen die Kultur- und Kreativwirtschaft unverhältnismäßig hart.

Seit mehr als 8 Monaten tragen die Akteur*innen die existenzgefährdenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie solidarisch mit. Dennoch fielen vor allem die zahlreichen Soloselbstständigen, die hybrid Beschäftigten sowie die kleinen Betriebe ohne hohe Betriebskosten bei den Wirtschaftshilfen des Bundes komplett durchs Raster.

Vor diesem Hintergrund begrüßt die Allianz der Freien Künste, dass die von der Bundesregierung in Aussicht gestellte außerordentliche Wirtschaftshilfe (Novemberhilfe) endlich auch die Soloselbstständigen einbezieht. Die Zuschüsse zum Ausgleich von Einnahmeverlusten bis zu 75 % des Vorjahres-Umsatzes und die Wahloption zur Berechnung (Umsatzes November 2019 oder Jahresdurchschnitt) erscheinen als geeignete Instrumente um die Folgen des aktuellen Lockdowns abzufedern. Mit der Senkung der Zugangshürden bis zu einem monatlichen Zuschuss von 5.000 Euro und mit der Sonderregelung für Berufs-Ein- und Umsteiger*innen finden direkte Forderungen der Allianz der Freien Künste ihre Umsetzung.

Jetzt müssen die angekündigten Hilfen unverzüglich und unbürokratisch zugänglich gemacht werden. Die Allianz der Freien Künste fordert die Bundesregierung auf, die Hilfen bei einer Verlängerung des Lockdowns in gleicher Form auch im Dezember fortzusetzen.

Darüber hinaus müssen die bei den Novemberhilfen für Soloselbstständige geltende Wahloption zur Berechnung sowie der erleichterte Zugang (bis 5.000 Euro ohne Steuerberatung) auch für GbRs und Kleinstbetriebe gelten.

Mehrere Vertreter*innen der Bundesregierung kündigten an, dass ein Unternehmer*innenlohn im Rahmen der Überbrückungshilfe III (ab Januar 2021) eingeführt werden soll. Die Allianz fordert die Bundesregierung zu rascherem Handeln auf. Der Unternehmer*innenlohn für die von der Pandemie betroffenen Soloselbstständigen ist überfällig und bedarf unverzüglicher Umsetzung – so wie ihn die Fachminister*innen der Länder, der Kulturausschuss des Bundesrates, der Deutsche Kulturrat als Spitzenverband der Kulturverbände, die Allianz der Freien Künste, eine überwältigende Zahl von Fachverbänden und nicht zuletzt auch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unisono fordern.

Weiterhin braucht es auch in der Überbrückungshilfe III ähnlich wie bei der sogenannten Novemberhilfe einen erleichterten Zugang, ohne Beauftragung einer Wirtschaftsprüfung oder Steuerberatung. Hier braucht es schnellstmöglich Klarheit zu den Eckpunkten des Hilfspaketes. Die Umsetzung darf nicht hinter die Ankündigung zurückfallen.

 

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Unternehmer*innenlohn jetzt! – Ohne wirtschaftliche Hilfe stirbt die Kultur

Allianz der Freien KuensteBerlin, 29.10.2020 | Presseinformation zu den am 28.10.2020 vereinbarten Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern

Die für November 2020 angekündigten Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus bedeuten existentielle Einschnitte für die Freien Künste. Das zwischen Bund und Ländern vereinbarte Veranstaltungsverbot entzieht Kunst- und Kulturschaffenden erneut die Existenzgrundlage.

Insbesondere soloselbstständige Kunst- und Kulturschaffende sowie kleine und mittlere Unternehmen in den Sparten Musik und Darstellende Künste werden von den Ein­schränkungen hart getroffen. Dies gilt auch für alle anderen Kunstsparten, deren Existenzgrundlage öffentliche Veranstaltungen sind.

Die Akteur*innen der Freien Künste – die vom Beginn der Pandemie bis heute extrem unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu leiden hatten – haben die Einschränkungen gleichwohl mit enormen Kraftanstrengungen und massiven Einbußen solidarisch mitgetragen.

Dennoch blieb Soloselbstständigen und Unternehmen ohne relevante Betriebskosten der Zugang zur Soforthilfe des Bundes bislang verwehrt. Wenn ihnen jetzt erneut die Existenzgrundlage entzogen wird, muss endlich ein fiktiver Unternehmer*innenlohn für Soloselbstständige anrechenbar sein – so wie es die Fachminister*innen der Länder, der Kulturausschuss des Bundesrates, der Deutsche Kulturrat als Spitzenverband der Kulturverbände, die Allianz der Freien Künste, eine überwältigende Zahl von Fachverbänden und nicht zuletzt auch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unisono fordern.

Die 19 in der Allianz der Freien Künste organisierten Bundesverbände fordern die Bundesregierung eindringlich auf, die nun beschlossenen Maßnahmen umgehenddurch Wirtschaftshilfen abzufedern, die auch Soloselbstständigen und kleinen Unternehmen der Kulturwirtschaft wirkungsvoll, direkt und unbürokratisch Hilfen eröffnen.

Die Allianz der Freien Künste begrüßt die angekündigte Verlängerung von Überbrückungshilfen und die Erstattung von Einnahmeausfällen bis zu 75 Prozent für den Monat November. Allerdings fordern wir eine Ausweitung der Hilfen etwa für Berufseinsteiger*innen, die keine Vorjahresumsätze vorweisen können. Hier bedarf es sofortiger Regelungen, die verhindern, dass unzählige junge Künstler*innen ihre berufliche Existenz aufgeben.

Die Umsetzung der Hilfen muss unverzüglich, unbürokratisch und ohne Befassung kosten- und zeitintensiver Wirtschaftsprüfung oder Steuerberatung möglich sein. Eine Verrechnung von Erstattungsansprüchen mit bereits laufenden oder zugesagten Projektförderungen oder Stipendien für Künstler*innen ist auszuschließen.

Ohne ein konsequentes, ernst gemeintes Maßnahmenpaket für die de facto mit einem Arbeitsverbot bzw. mit einem Präsentationsverbot belegte Kulturwirtschaft und ohne adäquate Maßnahmen zur Kompensation von Einnahmeverlusten für die Akteur*innen der Freien Künste ist ein strukturelles Kultursterben in unserem »Land der Dichter*innen und Denker*innen« nicht aufzuhalten.

 

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Allianz der Freien Künste begrüßt Entschließung des Bundesrates und fordert Nachbesserung bei der geplanten Ausgestaltung des Konjunkturpakets

Allianz der Freien KuensteBerlin, 08.06.2020 | Die 18 in der Allianz der Freien Künste zusammengeschlossenen Bundesverbände begrüßen die am Freitag, 05.06.2020, gefasste Entschließung des Bundesrates zur „Sicherung von Selbstständigen und Freiberuflern – Hilfen für die Kultur- und Kreativwirtschaft nachhaltig ausgestalten“.

Diese Entschließung ist ein deutliches Signal der Länder an die Bundesregierung, bei der Ausgestaltung des geplanten Konjunkturpakets angemessen auf die Arbeits- und Lebensrealität der soloselbstständigen freischaffenden Künstler*innen und Kunstschaffenden in Deutschland einzugehen.

Es gibt weiterhin dringenden Handlungsbedarf:

Erfreulicherweise hat die Politik erkannt, dass die Kunst- und Kulturszene von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders heftig betroffen ist und hat für die Unterstützung dieses Bereichs eine Milliarde Euro bereitgestellt. Dieser geplante Kulturinfrastrukturfonds ist ein dringend notwendiger Schritt, um die Strukturen innerhalb des Kulturbereichs abzusichern und sie durch die Krise zu bringen.

Allerdings muss eine echte Unterstützung von Kunst und Kultur in Kombination mit individuellen Hilfen für Künstler*innen und Kulturschaffende gewährleistet werden, damit die Strukturförderung nicht ins Leere läuft. 

Grundsicherung ist keine Lösung

Freie Künstler*innen und Kunstschaffende, die bis zum Lockdown von ihrer Kunst leben konnten und durch das staatlich verhängte Berufsverbot seit März keine Einnahmen mehr haben, werden weiterhin in die Grundsicherung geschickt. Dies erschwert unternehmerisches Handeln und verhindert gerade in der Krise unverzichtbare Investitionen für freie Kunstschaffende unnötig. Viele von ihnen sind aufgrund bestehender Regularien beispielsweise bezüglich Bedarfsgemeinschaften ohnehin von der Grundsicherung ausgeschlossen.

Künstlerinnen und Künstler nehmen einen immanent wichtigen gesellschaftlichen Auftrag wahr. Umso erschreckender ist, dass diese Berufsgruppe in einer solchen Krisenzeit erneut durchs Raster fällt. Während in verschiedenen Berufsbereichen eine angemessene Form der Krisenhilfe installiert wurde, werden Künstler*innen und Kunstschaffende im Stich gelassen. Dabei zeigt der Blick ins europäische Ausland, dass passende Lösungen durchaus möglich sind.

Die Allianz der Freien Künste unterstützt die Entschließung des Bundesrats und fordert die Bundesregierung erneut mit Nachdruck auf, den Leistungen der Akteur*innen der Freien Szene Rechnung zu tragen und bei den Coronahilfen persönliche Lebenshaltungskosten als betrieblich relevante Ausgaben anzuerkennen bzw. Zuschüsse zur Abfederung von Einnahmeverlusten zu leisten!

Es wird höchste Zeit für eine Kultur- und Sozialpolitik, die Künstler*innen und Kunstschaffenden der Freien Szene passende Hilfe in der Krise bietet und ihnen eine Fortsetzung ihres Schaffens ermöglicht!

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Baden-Württemberg geht mit gutem Beispiel voran

Allianz der Freien KuensteBerlin, 09.04.2020 | Baden-Württemberg sorgt bei der Corona-Soforthilfe für eine faire Regelung für Solo-Selbstständige, Freiberufler*innen und kleine Unternehmen. Das schafft Sicherheit für viele freie Künstler*innen und Unternehmen der Kulturwirtschaft. Die18 in der Allianz der Freien Künste vertretenen Verbände finden: Das ist ein gutes Beispiel!

Solo-Selbstständige, Freiberufler*innen und für die in kleinen Unternehmen tätigen Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften können in Baden-Württemberg bei einem durch Corona bedingten Liquiditäts-Engpass auch Lebensunterhaltskosten bis zu einer maximalen Höhe von 1.180 Euro pro Monat aus der Soforthilfe des Bundes bestreiten.

Es handelt sich um einen Pauschalbetrag, der private Miet- und Lebenshaltungskostenkosten abdeckt – zusätzlich zu fortlaufenden Betriebskosten. Dieses Beispiel soll­te nun bundesweit Schule machen!

Die Allianz der Freien Künste fordert die Landesregierungen der anderen Bundesländer auf, sich am Beispiel Baden-Württembergs zu orientieren.

Siehe: https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/soforthilfe-corona/

Der Allianz der Freien Künste gehören an: 
Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft, der Bund der Szenografen, der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, der Bundesverband Freie Dar­stellende Künste, der Bundesverband Theater im Öffent­li­­­chen Raum, der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus, der Dachverband Tanz Deutschland, der Deutsche Tonkünstlerverband, die Deutsche Gesellschaft für Elektro­akus­tische Musik, die Deutsche Jazzunion, der Deutsche Kompo­nis­tenverband, der Deutsche Textdichter-Verband, die Ge­sel­lschaft für Neue Musik, die Hans-Flesch-Gesellschaft, der Verband der HörspielRegie, FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland, der Ver­band Deut­scher Pup­pen­theater sowie die Vereinigung Alte Mu­sik.

ALLIANZ DER FREIEN KÜNSTE
Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

Sprecher: Stephan Behrmann
Tel.: 0177 / 733 99 28

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Allianz der Freien Künste fordert dringende Korrekturen bei der Coronahilfe von Bund und Ländern

Allianz der Freien KuensteDie 18 in der Allianz der Freien Künste zusammengeschlossenen Bundesverbände fordern eine sofortige Öffnung der Corona-Soforthilfe von Bund und Ländern für Lebenshaltungskosten.

Berlin, 07.04.2020 | Die Allianz der Freien Künste begrüßt, dass Bund und Länder sehr schnell ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Corona-Soforthilfe auf den Weg gebracht und entsprechende Finanzmittel zur Verfügung gestellt haben.

Die Mitgliedsverbände melden jedoch übereinstimmend, dass die Soforthilfe des Bundes bei den zahlreichen Freiberufler*innen, Solo-Selbständigen und kleinen Unternehmen nur sehr eingeschränkt greift. Das liegt zum einen an fehlenden Bundesvorgaben zur Anerkennung anteiliger Lebenskosten als betriebliche bzw. erwerbsmäßige Kosten sowie zum anderen auch daran, dass die Länder Verwaltungsspielräume eher zum Nachteil der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler auslegen.

Zwar werden bei Soforthilfen laufende Betriebskosten wie z. B. Mieten für Ateliers, Arbeits- und Probenräume anerkannt. Persönliche Lebenshaltungskosten, die insbesondere bei freiberuflichen und solo-selbstständigen Kunstschaffenden im Wesentlichen auch unternehmerische Kosten sind, werden in den meisten Bundesländern jedoch kategorisch ausgeschlossen. Freiberufliche tätige Kunstschaffende werden auf diese Weise systematisch in die Grundsicherung gedrängt, obwohl es die zur Verfügung stehenden Mittel und die Vorgaben des Bundes zulassen, Freiberufler*innen,
Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen entsprechend abzusichern.

Darüber hinaus herrscht derzeit große Unsicherheit, wie die Soforthilfe des Bundes und andere Hilfs-Maßnahmen miteinander kombinierbar sind.

Die Allianz der Freien Künste wendet sich eindringlich an die Bundesregierung, mit der Forderung, den Fortbestand der Freiberufler*innen, Solo-Selbständigen sowie der kleinen Unternehmen zu sichern und die Hilfsmaßnahmen auf die konkrete Lebens- und Arbeitsrealität auszurichten.

Der Allianz der Freien Künste gehören an:
Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft, der Bund der Szenografen, der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, der Bundesverband Freie Darstellende Künste, der
Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum, der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus, der Dachverband Tanz Deutschland, der Deutsche Tonkünstlerverband, die Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik, die Deutsche Jazzunion, der Deutsche Komponistenverband, der Deutsche Textdichter-Verband, die Gesellschaft für Neue Musik, die Hans-Flesch-Gesellschaft, der Verband der HörspielRegie, FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland, der Verband Deutscher Puppentheater sowie die Vereinigung Alte Musik.

ALLIANZ DER FREIEN KÜNSTE
Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 1099

Sprecher: Stephan Behrmann
Tel.: 0177 / 733 99 28

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Allianz der Freien Künste fordert Absenkung der Zugangshürden zur Grundrente

Allianz der Freien KuensteDie 18 in der Allianz der Freien Künste zusammengeschlossenen Bundesverbände weisen auf dringenden Korrekturbedarf beim vorliegenden Gesetzentwurf zur Grundrente hin.

Berlin, 18.02., (aktualisiert am 26.02.2020) | Das Kabinett hat die Einführung einer Grundrente beschlossen und in Kürze wird der Gesetzentwurf im Deutschen Bundestag beraten. Die Allianz der Freien Künste begrüßt das Bemühen der Bundesregierung, die Altersabsicherung für langjährig Versicherte mit unterdurchschnittlichem Einkommen grundlegend zu verbessern und die Lebensleistung von Erwerbstätigen, die in ihrer Erwerbsbiographie viele Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, stärker anzuerkennen.

Im Namen der 18 in ihr vertretenen Bundesverbände weist die Allianz der Freien Künste jedoch mit Nachdruck darauf hin, dass die derzeit vorgesehene Ausgestaltung des Gesetzes dazu führt, dass tausende professionelle Kunstschaffende durch das Raster der Kriterien fallen, auch wenn sie über die entsprechenden Beitragsjahre verfügen.

Die aktuelle Statistik der Künstlersozialkasse (KSK) weist eine Gruppe von knapp 20.000 Künstler*innen aus, die durch die geplanten Kriterien vom Anspruch auf Grundrente ausgeschlossen sein werden, obwohl sie eine entsprechende Lebensleistung von mindestens 33 Beitragsjahren vorweisen können.

Der zur Diskussion stehende Gesetzentwurf sieht vor, dass Beitragsjahre bei der Grundrente nur dann angerechnet werden, wenn die Versicherten jeweils mindestens 30 Prozent des von der Deutschen Rentenversicherung aktuell mit 37.873 Euro jährlichen Durchschnittsverdienstes aller Berufsgruppen in Deutschland erzielt haben. Tausende Künstler*innen werden das als Zugangsbedingung zur Grundrente definierte Mindesteinkommen von 11.361 Euro pro Jahr nicht erreichen.

Die Lebensleistung vieler Kunstschaffender mit für diesen Bereich typischen Erwerbsbiographien wird durch den vorliegenden Gesetzentwurf prinzipiell in Frage gestellt. Anhand der KSK-Daten wird deutlich, dass zudem überproportional viele Frauen benachteiligt werden, obwohl im Gesetzentwurf explizit formuliert ist, dass gerade deren Biographien berücksichtigt werden sollen.

Der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) weist als Mitglied der Allianz der Freien Künste in einem gemeinsam mit anderen Verbänden veröffentlichten und von 16.000 Menschen unterzeichneten Appell auf die gravierenden Auswirkungen des jetzigen Gesetzentwurfes für viele Künstler*innen unter anderem in den Bereichen der bildenden und darstellenden Künste sowie der Musik hin. Sie fordern darin die Bundesregierung, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie den Bundesrat auf, das im Gesetzentwurf definierte Mindesteinkommen deutlich abzusenken und sich an den entsprechenden Regelungen im Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) zu orientieren.

Die Allianz der Freien Künste schließt sich diesem Appell im Grundsatz an und fordert mit Blick auf die besondere Schutzwürdigkeit und in Anerkennung der wichtigen gesellschaftlichen Funktion der Künstler*innen eine drastische Absenkung der Zugangshürden zur Grundrente.

Darüber hinaus fordert die Allianz der Freien Künste, die Untergrenze für den Zugang zur Grundrente mindestens am gesetzlich definierten Existenzminimum auszurichten, um tausende Künstler*innen vor Altersarmut zu bewahren.

Der Allianz gehören aktuell an:
Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft,
der Bund der Szenografen,
der Bundesverband der Bildenden Künstlerinnen und Künstler,
der Bundesverband Freie Darstellende Künste,
der Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum,
der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus,
der Dachverband Tanz Deutschland,
der Deutsche Tonkünstlerverband,
die Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik,
die Deutsche Jazzunion,
der Deutsche Komponistenverband,
der Deutsche Textdichter-Verband,
die Gesellschaft für Neue Musik,
die Hans-Flesch-Gesellschaft,
der Verband der HörspielRegie,
FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland,
der Verband Deutscher Puppentheater sowie
die Vereinigung Alte Musik.

Kontakt:
ALLIANZ DER FREIEN KÜNSTE
Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin

Sprecher: Stephan Behrmann
Tel.: 0177 / 733 99 28

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Presseerklärung, 25.04.2018

Runder Tisch Freie Künste

Kulturpolitische VertreterInnen des Bundestags laden Allianz der Freien Künste (AFK) zur
intensiven Zusammenarbeit ein

Link zur Pressereklärung als → Pdf
Link zum → Positionspapier der Allianz der Freien Künste vom 19 April 2018

Die kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Bundestagsfraktionen haben im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im Radialsystem in Berlin am Dienstag über Forderungen der Allianz der Freien Künste (AFK) diskutiert. Auf dem Podium debattierten Elisabeth Motschmann (CDU/CSU), Helge Lindh (SPD), Erhard Grundl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Simone Barrientos (DIE LINKE) und Hartmut Ebbing (FDP) über den Forderungskatalog, den die 15 in der AFK zusammengeschlossenen Bundesverbände der freien und privatrechtlich organisierten Kunst- und Kulturschaffenden an die Bundespolitik richten.

Elisabeth Motschmann, kultur- und medienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, zeigte sich an neuen Ansätzen interessiert: »Die Förderinstrumente sind nicht mehr zeitgemäß. Sie kommen aus einer Zeit, als die freie Szene noch ganz anders aussah. Da müssen wir neu justieren.« Motschmann versicherte, die Forderungen der Allianz der Freien Künste in die Bundesregierung weiterzutragen.

Erfrischend war, dass grundlegende Fragen offen angesprochen wurden: Wie wird mit hybriden Erwerbsformen umgegangen? Wie geht man mit künstlerischer Arbeit im Alter um. Helge Lindh (SPD): »Wir verkennen soziale Realitäten, es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb man im künstlerischen wie auch außerhalb nicht auch Ältere besser unterstützen sollte.« Klar wurde: »Das ist eine Aufgabe von Sozialpolitik, und Kulturpolitik muss das einfordern!« Elisabeth Motschmann (CDU/CSU).

Immer wieder wurde die im Koalitionsvertrag der CDU und SPD genannte besondere soziale Schutzwürdigkeit der Künstler*innen abgewogen gegen allgemeine Lösungen in diesem Bereich. So trat Simone Barrientos (DIE LINKE) einerseits vehement dafür ein, Kultur als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern, andererseits verwies sie auf einen aktuellen Antrag ihrer Partei zum Umgang mit den 4,2 Millionen Solo-Selbständigen in Deutschland, der Lösungen auch für Künstler*innen bringen würde.

Die Überraschung der Diskussionsveranstaltung war aber die Forderung von Hartmut Ebbing (FDP) nach einer wirklichen Erweiterung der Künstlersozialkasse zu Gunsten der Künstler*innen. »Es mag sein, dass die FDP in der Vergangenheit anders gedacht hat«, so Ebbing zu seinem Vorschlag.

Diese Diskussionsveranstaltung war angelegt als ein erstes Kennenlernen der Kulturpolitischen Sprecher*innen auf der Bundesebene und der mitllerweile 15 Verbände umfassenden Allianz der Freien Künste – denn die neue Legislaturperiode steht am Anfang und in vielen Feldern besteht dringender Handlungsbedarf. »Sagen Sie uns, was Sie von uns brauchen!«, forderte Christophe Knoch, Moderator der Diskussion und Mitinitiator des Zusammenschlusses, die Politiker*innen auf. »Wir brauchen eine Art runden Tisch. Erklären wir uns gegenseitig die Welt, und es wird sich was verändern.«, war ein wesentliches Fazit von Helge Lindh (SPD). Sein Kollege Erhard Grundl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ging in seinen Vorschlägen noch einen Schritt weiter: »Wir sollten im Kulturausschuss eine Anhörung mit den Freien Künsten machen und dann eine parlamentarische
Initiative entwickeln.«

»Dass auf dem Podium ein weitreichender, parteiübergreifender Konsens darüber herrschte, dass die Förderung der Freien eine massive Aufstockung braucht, um die Benachteiligung gegenüber der institutionellen Kunst abzubauen – das ist ein neue Qualität im politischen Umgang mit der Freien Szene. Wichtig ist aber nicht nur die Aufstockung der Fördertöpfe. Es braucht auch neue Wege im Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen. Wichtig ist auch, das die Förderung mit der konkreten Arbeitspraxis in den freien Künsten korrespondiert.«, so das Fazit von Stephan Behrmann, Sprecher der Allianz der Freien Künste.

»Wir brauchen darüber hinaus ein neues, erweitertes Verständnis für Kulturpolitik, denn gerade auf
Bundesebene ist Kulturpolitik vor allem auch Sozialpolitik«, so Lena Krause, Sprecherin der Allianz der Freien Künste. »Die drängenden Problemfelder im Bereich der sozialen Arbeitsbedingungen für solo-selbstständige Künstlerinnen und Künstler müssen auch auf die Agenda des Bundeskulturausschuss und von dort an die politischen Verantwortlichen in den Bereichen Arbeit und Soziales herangetragen werden. Diesen Prozess möchten wir mit der Allianz der Freien Künste unterstützen, die Gesprächsbereitschaft der Parteien ist eine wichtige Grundlage dafür«, so die Einschätzung von Krause.

Ansprechpartner*innen:
Lena Krause (FREO), Tel.: 0176 – 6409 28 43, Sprecherin der Allianz der Freien Künste Stephan Behrmann (BFDK), Tel.: 0177 – 733 99 28, Sprecher der Allianz der Freien Künste

Freie Künste/Freie Szene: Die Gesamtheit aller professionellen freien Kunst- und Kulturschaffenden, Künstler*innen, Ensembles, Einrichtungen und Strukturen in freier Trägerschaft aus den Bereichen bildende Kunst, Tanz, Schauspiel, Performance, Neue Medien, Musik von Alter Musik über Jazz, Echtzeitmusik und Klangkunst bis neuer Musik, Musiktheater, Kinder- und Jugendtheater, Literatur sowie aller spartenübergreifenden und transdisziplinären künstlerischen Arbeiten.

Die Allianz der Freien Künste spricht für den gesamten Bereich der Freien Künste. In einem ersten
Schritt haben sich 2017 die sieben erstunterzeichnenden Verbände zusammengefunden. Zahlreiche
Verbände sind hinzugekommen. Die Allianz der Freien Künste ist offen für weitere auf der Bundesebene angesiedelte Verbände.
In der Allianz der Freien Künste sind folgende Interessenvertretungen Mitglied: Bundesverband Freie Darstelende Künste, Union Deutscher Jazzmusiker, Verein für Freie Ensembles und Orchester
in Deutschland, Bund der Szenografen, Bundesverband Theater im öffentlichen Raum, Verband Deutscher Puppentheater, Vereinigung Alte Musik, Bundesverband Tanz in Schulen, Dachverband Tanz Deutschland, Hans-Flesch-Gesellschaft – Forum für akustische Kunst, Verband der HörspielRegie, Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik, Deutscher Komponistenverband, Deutscher Textdichter-Verband, Gesellschaft für Neue Musik.

Allianz der Freien Künste
Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
www.allianz-der-freien-kuenste.de


Podiumsgäste
Bündnis 90/DIE GRÜNEN: Erhard Grundl (MdB)
CDU/CSU: zugesagt, noch ohne Namen
DIE LINKE: Simone Barrientos – DIE LINKE (MdB)
FDP: Hartmut Ebbing (MdB)
SPD: Helge Lindh
Moderation: Christophe Knoch

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Die Freien Künste – was zu tun ist!
Ein öffentliches Podium

Die Bundesinitiative für die Freien Künste, die Allianz der Freien Künste veranstaltet eine Diskussion mit den Bundeskulturpolitischen Sprecher*Innen von CDU/CSU, SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP:

Dienstag, 24. April 2018 20 Uhr
Ort: Radialsystem V
Eintritt frei.

Nach der langwierigen Regierungsbildung nimmt die kulturpolitische Arbeit in der neuen Legislaturperiode nun endlich Fahrt auf: Die Ausschüsse sind besetzt, der Koalitionsvertrag definiert erste kulturpolitische Schwerpunkte und die Opposition nimmt thematische Leerstellen in den Blick, die sich im Koalitionsvertrag zeigen. Aus Sicht der Freien Szene stellen sich viele brennende Fragen: Wie soll es weiter gehen in den kommenden 4, 10 oder 15 Jahren? Wie sehen die kulturpolitischen Visionen der Parteien aus und wie lässt sich – gelegentlich auch parteiübergreifend – ein neues Bewusstsein für die Bedarfe der Freien Künste erreichen? Wie lassen sich schnell die wichtigsten Weichen stellen für grundlegende Verbesserungen der sozialen Rahmenbedingungen?
Diese und andere, aktuelle und visionäre Fragen diskutiert die ALLIANZ der Freien Szene mit den Kulturpolitischen Sprecher*innen von CDU/CSU, SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP. Es handelt sich um eine der ersten öffentlichen Diskussionen der Fachpolitiker*innen zu Fragen der Bundeskulturpolitik und zur Freien Szene nach der Regierungsbildung.

Hintergrund: Dem Beispiel der Berliner Koalition der Freien Szene folgend, hat sich Ende 2016 auf der Bundesebene eine spartenübergreifende Allianz von Interessenvertretungen gegründet – die ALLIANZ DER FREIEN KÜNSTE. In einem Positionspapier, das im Sommer 2017 erschienen ist, setzt sich das offene Bündnis dezidiert mit der Lage der freien Künste in Deutschland auseinander und leitet daraus 11 Kernforderungen ab und definiuert auf der Bundesebene WAS ZU TUN IST. Den sieben Gründungsverbänden haben sich mittlerweile weitere acht weitere Verbände angeschlossen.

Frei. Kreativ. Und mehr als ihr denkt.

Wir sind die Allianz der Freien Künste.
Ein Gastbeitrag von Johannes Weiss, Musiker

Die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden weder dem bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag noch der Arbeitspraxis der freiberuflichen Künstler*innen gerecht. Darum hat sich die Allianz der Freien Künste als Bündnis verschiedener Interessenvertretungen zusammengefunden. Wir wollen gemeinsame übergeordnete Forderungen aus den eigenen Reihen bündeln und sie in den kulturpolitischen Diskurs einbringen, um die Arbeits- und Lebensbedingungen in diesem kreativen Berufsfeld ebenso grundlegend wie nachhaltig zu verbessern.

Link → zum Text von Johannes Weiss

backstage pro:
Kunst- und Kulturschaffende sprechen mit einer Stimme

Neugegründete „Allianz der Freien Künste“ geht mit Positionspapier in die Offensive:

In Berlin hat sich aus den Bundesverbänden der Kunst- und Kulturschaffenden die Allianz der Freien Künste formiert. In ihrer Funktion als Stimme und Plattform für die Freien Künste stellte sie am 27.6.2017 ihr Positionspapier mit Forderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen künstlerischer Produktion in Deutschland vor.

Link → zum Artikel

Jazz Zeitung:
Allianz der Freien Künste stellt acht Kernforderungen an Politik

Bundesverbände der Kunst- und Kulturschaffenden formieren Allianz der Freien Künste

In einer Pressekonferenz am 27.06.2017 hat die Allianz der Freien Künste als Stimme und Plattform für die Freien Künste auf Bundesebene ein Positionspapier mit acht Kernforderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen freier künstlerischer Produktion in Deutschland vorgestellt. Gründungsmitglieder der Allianz der Freien Künste sind neben der Union Deutscher Jazzmusiker weitere Bundesverbände überwiegend privatrechtlich organisierter Kunst- und Kulturschaffender anderer künstlerischer Sparten wie u.a. der Bundesverband Freie Darstellende Künste, der Bund der Szenografen und die Vereinigung Alte Musik. Mit ihren Forderungen richtet sich die Allianz der Freien Künste in erster Linie an die Bundeskulturpolitik.
Link → zum Artikel

Verband Deutscher Puppentheater:
Allianz der Freien Künste

Pressekonferenz am 27.06. um 10:30 Uhr im Radialsystem, Berlin

Am gestrigen Dienstag fand die erste Pressekonferenz der Allianz der Freien Künste statt, in der das Positionspapier „Die Freien Künste – Was zu tun ist!“ mit 8 Kernforderungen vorgestellt wurde.

Die Allianz der Freien Künste (AFK) ist ein neues, offenes, spartenübergreifendes Bündnis von Bundesverbänden und Interessenvertretungen der privatrechtlich organisierten Kunst- und Kulturschaffenden in Deutschland. Der Verband Deutscher Puppentheater ist Mitglied der AFK.
Link → zum Artikel

Deutschlandfunk Kultur:
Allianz der Freien Künste – Auch wer frei arbeitet, braucht später eine Rente

Viele Verbände, in denen freie Künstler und Kulturschaffende organisiert sind, haben sich ein gemeinsames Dach gezimmert: Die neue Allianz der Freien Künste fordert von der Politik, Erwerbsbiografien zu ermöglichen, die nicht im sozialen Abseits enden. Stefan Behrmann und Lena Krause im Gespräch mit Gabi Wuttke www.deutschlandfunkkultur.de
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bis: 03.01.2018 22:37
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